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Deutscher Großhandel kann wirtschaftlichen Aufschwung im Jahr 2010 erwarten

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Die deutsche Wirtschaft kommt langsam aber sicher wieder in Schwung – diese Auffassung vertritt zumindest Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Laut seiner Einschätzung lassen sich die Großhändler ebenso wie die unternehmensnahen Dienstleister nicht von der momentan vorherrschenden Wirtschaftskrise entmutigen. Der Branchenverband BGA teilte darum kürzlich mit, dass die Erlöse um rund fünf Prozent auf ca. 769 Milliarden Euro steigen werden. Abzüglich der Preissteigerungen ergäbe sich immer noch ein Plus von vier Prozent.
 
Vor allem der Aufschwung des Außenhandels bietet laut Börner viel Anlass zur Freude. Die Erwartungen für Europa, China, Indien und den ostasiatischen Raum hätten sich gesteigert und auch der nordamerikanische Markt beginne, sich zu erholen. In diesem Zusammenhang erwartet der Experte des BGA eine erhöhte Nachfrage in Bezug auf Exporte wie Maschinen oder Anlagen.
 
In puncto positive Vorhersagen übertrifft der BGA sogar die Prognosen vieler Institute sowie der Bundesregierung und geht von einem Wachstum der Wirtschaft von mindestens 2,5 bis hin zu drei Prozent aus. Gleichzeitig wird jedoch vor einem möglichen Einbruch im Jahr 2011 gewarnt: Dies läge am Konsum, der voraussichtlich an Kraft einbüßen werde. Börner vertritt die Auffassung, dass das Wachstum im nächsten Jahr auf jeden Fall zwei Prozent unterschreiten werde.
 
Die Ursache für den Einbruch im kommenden Jahr liege darin begründet, dass der globalen Wirtschaft eventuell Nachteile aus einer restriktiven Finanzpolitik entstehen könnten. Dieser negative Effekt tritt Börner zufolge jedoch noch nicht in der ersten Jahreshälfte 2010 auf, da sich die Geldpolitik der Notenbanken frühestens Mitte 2010 ändern werde. Somit geht die BGA in diesem Jahr noch von einem Plus beim Export aus, welches zwischen 7,5 und zehn Prozent liegen werde. Auch die Gefahren bei den Wechselkursen werden von Börner eher als gering eingestuft, der Kurs des Euro betrage beispielsweise rund 1,45 Dollar, während die Spanne von 1,35 bis 1,60 Dollar reiche.
 
Um alle Nachwehen der Krise überstanden zu haben, dauere es trotz der ansteigenden Konjunktur und der Zunahme der Exporte hingegen noch einige Zeit. Immerhin konnten laut BGA im Jahr 2010 verlorene Erlöse in der Höhe von rund 120 Milliarden Dollar aufgefangen werden, nachdem die Großhändler im Jahr zuvor noch Einbrüche in der Höhe von 15 Prozent zu verzeichnen hatten. Das Jahr wird zudem in die Geschichte eingehen – als das schwächste Konjunkturjahr seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Laut der Nachrichtenagentur Reuters vermuten Experten, dass die gesamte Leistung der Wirtschaft um beinahe fünf Prozent geschrumpft ist. Ein Schätzung des Statistischen Bundesamtes steht noch aus.